Distanz pro Schlag vs. Trittfrequenz beim Triathlonschwimmen
Der Begriff „Distance Per Stroke“ (DPS) ist für Schwimmer im Becken entscheidend. So wenige Züge wie möglich zu machen, ist letztendlich effizienter und die geschmeidigste Art, sich durch das Wasser zu bewegen. Aber hat DPS für Triathleten dieselbe Bedeutung?
Das ist zwar umstritten, doch die überwiegenden Erkenntnisse deuten auf ein klares NEIN hin. DPS ist dem „heiligen Gral“ des Freiwasserschwimmens – der Kadenz, also der Geschwindigkeit, mit der sich deine Arme bewegen – weit unterlegen.
Bassinschwimmer bewegen sich durch ruhiges Wasser; im Becken gibt es meist Wellenbrecher-Leinen, und Spritzwasser von anderen Schwimmern wird schnell verteilt. Sie können es sich leisten, ihren Schwimmzug zu verlangsamen, um die Fangphase am Anfang des Schwimmzugs zu optimieren.
Triathlon im Freiwasser ist eine ganz andere Sache. Das aufgewühlte, wellige Wasser bedeutet, dass es vorne nicht unbedingt ruhiges Wasser gibt, an dem man ansetzen kann – daher wird eine hohe Schlagfrequenz umso wichtiger. Am Wettkampftag, bei Massenstarts, wo Körper und abgehobene Gliedmaßen überall hin und her fliegen, geht der vordere Teil des Schwimmzugs als Erstes in dem Trubel unter. Da Menschen und Füße den Raum einnehmen, in dem eigentlich ein schöner, langer und glidender Schwimmzug stattfinden könnte, wird es fast unmöglich, einen kräftigen, langen Eintauchzug hinzubekommen.
Schwimmer, die eine lange Glide-Phase in ihrem Schwimmzug haben, werden durch den Wellengang im Freiwasser oft ausgebremst und hin- und hergeschleudert. Ein ausgedehnter Glide-Zug führt typischerweise zu einer langsameren Schwimmfrequenz und somit zu weniger Schwimmzügen pro Minute. Stattdessen wird der Schwung entscheidend.
Immer wieder habe ich sehr gute Schwimmbadschwimmer gesehen, die ihre Triathlon-Trainingspartner im Schwimmbecken weit hinter sich lassen, aber aus dem Freiwasser kommen und von ihren Freunden umringt sind, die sie normalerweise abgehängt haben.

Übungen zur Verbesserung der Schlagfrequenz:
Knöchelbänder
Durch den Einsatz von Fußgelenkbändern (die man aus einem alten Schlauch herstellen kann) werden die Füße im Grunde miteinander verbunden, wodurch der Beinschlag wegfällt und du gezwungen bist, deinen Körper im Gleichgewicht zu halten, um einen effektiveren Zug für die Vorwärtsbewegung zu erzeugen. Eine konstante Vorwärtsgeschwindigkeit hilft dabei, das Gleichgewicht zu halten, und diese lässt sich am einfachsten mit einer hohen Kadenz erreichen.
Super-Sprints
Vergiss die Technik an sich – hier geht’s nur um Geschwindigkeit! Die Idee ist, eine Serie von 6–8 × 50 m zu schwimmen, wobei die ersten 6 Züge jeder Bahn mit maximaler Drehzahl ausgeführt werden. Vergiss lange Züge oder den vollen Zug – wir wollen die neuronale Aktivität anregen. Dann lass etwas nach und schwimme den Rest der 50 Meter locker, behalte dabei aber weiterhin eine schnelle Drehzahl bei. Achte darauf, dass du das erst nach einem guten Aufwärmen machst.
Wetronome-Schwimmen
Du kannst einfache wasserdichte Metronome fürs Schwimmen kaufen, die du an deiner Schwimmbrille befestigst und die ein konstantes „Piep-Piep-Piep“ von sich geben (etwas unaufhörlich, aber trotzdem nützlich). Passe die Pieptöne an deine Handzug-Einstiege an. Du kannst mit deinem Trainer besprechen, welche Geschwindigkeit für dich am besten ist. Diese Methode eignet sich auch hervorragend, um einen unausgewogenen Schwimmzug auszugleichen.
